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Full text of "Bollettini ECN Milano"

See other formats


BOLLETTINO INTERNAZIONALE 

19 GIUGNO 1992 


1 

WAHLEN3.upd 

( 11 / 05 / 92 ) 

Wahlen in Sudkurdistan 920505, dt. 

2 

WAHLEN4.upd 

( 11 / 05 / 92 ) 

Wahlen in Sudkurdistan 92051 1 , dt. 

3 

MANNHM1.ENG 

( 07 / 06 / 92 ) 

Racist pogromes in Mannheim/SW.Germany 920606, eng 

4 

MANNHM2.ENG 

( 07 / 06 / 92 ) 

Antifascist demonstration in Mannheim 920606, eng 

5 

MANNHM2.GER 

( 07 / 06 / 92 ) 

Antifaschistische Demo in Mannheim 920606, dt. 

6 

MANNHM3.GER 

( 07 / 06 / 92 ) 

Antifaschistische Demo, Aufruf 920606, dt. 

7 

FREENOWI.upd 

(08 / 06 / 92 ) 

Freedom for thè PPs in FRG, Demo in Bonn 920620, eng 

8 

hauser.upd 

( 08 / 06 / 92 ) 

Hàusergruppen gegen WWG,dt. 

9 

wunsiedl.upd 

( 08 / 06 / 92 ) 

Aufruf/Diskussion gegen den Faschistenaufmarsch in Wunsiedei 


ECN MILANO 


Centro Sociale Leoncavallo 








1 File : WAHLEN3.upd 


entry: 4/5/92 
date: 6/5/92 
from: Rudi 
to: nat 

subject: Aktuelle Situation / Wahlen in 

Sudkurdistan am 17.5.92 

Der Wahlkampf hat angefangen, die Orte sind voli 
mit Fàhnchen in den jeweiligen Parteifarben, bis 
spàt in die Nacht tònt das Lied "Kirkuk, Kirkuk..." 
aus den Lautsprechern und seibst die 

GrojSgrundbesitzer haben in Aqra am 3.5. eine 
òffentliche Veranstaltung abgehalten. In 

Sulaimanya hat es mittlerweile die dritte gro/3e 
Demo gegen Autonomie und Verhandlungen mit 
Bagdad gegeben. Die Demokratische Partei von 
M. Barzani fuhrt den Wahlkampf auf ihre Weise, 
unter anderem auch mit Geid - in Gegenden wo 
sie nicht so stark sind, ist Geld an Bedurftige 
verteilt worden, mit den entsprechenden gelben 
Fàhnchen. 

Die Zahmetkesan und Ala Sores sind mit der PUK 
von C. Talabani ein Wahlbundnis eingegangen, die 
vereinigten Sozialisten haben durchblicken lassen, 
da/3 nach den Wahlen an eine Koalition zu denken 
ist und die Kommunistische Partei hat bei einigen 
Vorwahlen uberraschend stark abgeschnitten. Es 
sieht immer mehr nach einer breiten Koalition 
gegen die Demokraten und den so gut wie 
unterschriebenen Autonomievertrag aus. 

Mit dem Iran scheinen im Moment intensive 
Kontakte aufgenommen zu werden, nach Sami 
Abdurahman von der Parti Gel ist jetzt auch Celai 
Talabani dort gewesen. Die Situation an der 
iranischen Grenze ist nach Aussagen der 
Schmuggler wieder etwas entspannter als im 
letzten Winter. Wàhrend der Wahlen im Iran war 
die Grenze ja ganz geschlossen, im Moment 
machen die Pastaran aber weniger 
Schwierigkeiten. 

Insgesamt werden die Wahlen auch von linken 
Kurden (unabhàngigen und organisierten) begru/3t, 
wobei die Einschàtzung ungefàhr folgende ist: 
Innerhalb der Kurdistan Front (KF) gibt es keinerlei 
Basis fùr Konsensentscheidungen mehr. Die 
einzelnen Parteien treffen Entschiusse, fuhren die 
dann auch durch und motzen sich dann hòchstens 
gegenseitig an. Mit dem Parlament bestehe aber 
die Mòglichkeit, Mehrheitsentscheidungen zu 
fàllen, die eben offen und kontrollierbar sind. (Wer 
die jetzige Struktur der KF kennt, wird zugeben, 
da/3 dies wirklich eine Verbesserung bedeuten 


wurde.) Weiterhin ist aus solchen Kreisen zu 
hòren, da/3 mit der Durchschaubarkeit der Politik 
der einzelnen Parteien auch eine wichtige 
Voraussetzung fùr die Etablierung einer 
au/3erparlamentarìschen Opposition gegeben 
wàre. 

Seit es das Bundnis zwischen Zahmetkesan, Ala 
Sores und der PUK gibt, sehen die Linken unter 
den Wàhlern auch mehr Chancen, nicht einfach 
unter der 7% Hurde zu verschwinden und hoffen, 
da/3 auf diesem Weg auch auf die Politik der PUK 
Einflu/3 genommen werden kann. 

Der irakische Ableger der turkisch-kurdischen 
PKK, die PAK, hat vom 9. -28.4. ihren ersten 
Parteitag abgehalten. PKK-Generalsekretàr 
Abdullah Òcalan wurde hier zum GS fùr alle vier 
Teile Kurdistans gewàhlt. 

Zusammenfassung der wichtigsten 

Parteitagsbeschlusse: 

- Am 15.8.92 soli in der Region Bahdinan/Botan 
(Tùrkei/lrak) eine Revolutionsregierung ausgerufen 
werden. Die Bevòlkerung beider Teile soli ab sofort 
darauf vorbereitet werden. Es soli darauf 
hingearbeitet werden, dafì die Bevòlkerung in 
beiden Teilen die Regierung materiell und ideell 
unterstutzt. Der Kampf um die Region soli auf 
beiden Seiten der Grenze gefuhrt werden. 

- Die PAK hat entschieden, an den Wahlen in 
Sudkurdistan nicht teilzunehmen, sie wird ihre 
Anhànger jedoch dazu aufrufen, einzelne 
Kandidaten der anderen Parteien, ''die wirklich fùr 
eine Unabhàngigkeit Kurdistans eintreten", zu 
unterstùtzen. 

- Weiterhin ist vorgesehen, da/3 die PAK 
Gespràche mit Zahmetkesan, PUK, Sozialisten 
und Parti Gel aufnimmt, denn sie will zumindest 
gutes Einvernehmen mit alien Parteien herstellen, 
die fùr weitergehende Optionen als eine 
Autonomie eintreten. 

Auch mit den iranisch-kurdischen 
Organisationen sollen Gespràche aufgenommen 
werden, ihnen soli ebenso der Eintritt in die ERNK 
(Nationale Befreiungsfront Kurdistans, PKK- 
dominiert) vorgeschlagen werden. 

- Kontakt soli auch zu solchen humanitàren 
Organisationen gesucht werden, die einer 
Unabhàngigkeit Kurdistans positiv gegenùber 
stehen. In diesem Sinne kònnte auch die UNO ein 
taktischer Partner oder Verbùndeter sein. (Bei alien 


1 



bisher genannten Kontakten wùrde es sich um 
taktische Bundnisse handeln. 

Radikale sozialistische oder islamische 
Organisationen im mittleren Osten kònnen 
ebenfalls Verbundete der PAK werden. 

- Was den Irak angeht, so sind alle 
Gruppierungen, die ein fòderales System 

befurworten mògliche Verbundete, in bestimmten 
Punkten kònnen taktische Bundnisse mit dem Iran 
eingegangen werden. 

Die PAK will in ganz Kurdistan die Rolle der Partei 
des kurdischen Proletariats ubernehmen. In 
Bahdinan mu/3 die Mobilisierungsarbeit aber noch 
verdeckt laufen, die KF hat da ein Auge drauf. 

Die PAK wertet die Beziehungen, welche die KF 
mit der Turkei pflegt nicht als taktische 
Beziehungen, da sich diese Kontakte gegen die 
kurdische Bevòlkerung und eine andere kurdische 
Organisation (PKK-PAK) richten. Ihrer Meinung 
nach ist auch das Argument, da/3 uber diese 
Kontakte die immens wichtige Grenze 
offengehalten wird, hinfàllig, da sie (PKK-PAK) 
den gesamten Grenzverlauf zwischen dem 
Lànderdreieck Syrien/Turkei/Irak bei Zaxo und 
Diana kontrolliere und die Grenze - auch tur den 
Warenverkehr - so jederzeit iiberschreitbar wàre. 
Wenn es zu einem Wahlsieg der Demokraten 
kàme, wàre im Bahdinan sicherlich mit erheblichen 
Auseinandersetzungen zwischen ihnen und der 
PAK zu rechnen. 

Insgesamt sieht es die PAK als legitim an, 
Widerspruche zwischen den Kolonialstaaten tur 
sich auszunutzen. 

Die PKK-Akademie "Mahsum Korkmaz" befindet 
sich immer noch im libanesischen Bekaa-Tal. Was 
die Haltung der syrischen Regierung angeht, so ist 
das Abkommen mit der Turkei zwar unterzeichnet 
worden, ist von syrischer Seite aber noch nicht in 
die Tat umgesetzt, ist es noch nicht zu Aktionen 
gegen die PKK gekommen. 


2 File : WAHLEN4.upd 


date: 11/5/92 
entry: 11/5/92 
from: Rudi 
to: nat 

subject: Wahlen in Sudkurdistan 

Eine Woche vor dem anberaumten Wahltermin 
geht es richtig rund. Die Orte sind voli von 
Menschen, die mit den Fàhnchen "ihrer" Parteien 
fur ein buntes Stra/3enbild sorgen. Liberali gibt es 
Wahlkampfveranstaltungen, d.h., da/3 die 
Parteivorsitzenden ihre Rundreisen machen, denn 
diese bestimmen den Wahlkampf fast 
ausschlie/3lich. In den verschiedenen 
Fernsehsendern wird jeden Tag ausfuhrlich erklàrt, 
wie gewàhlt werden mu/3 

Vieles deutet auf eine Koalitionsregierung hin, 
jedenfalls empfàngt Celai Talabani von der PUK 
momentan die ZK's der Kommunisten und 
Sozialisten zu stundenlangen Gespràchen. 
Interessante Aspekte einer mòglichen 
Koalitionsregierung ergaben sich bei einem 
Gespràch mit Kak Baxtiyar von der Zahmetkesan. 
Die Partei hatte erklàrt, da/3 sie bei einer 7% Hurde 
ihre einzige Chance, in die kurdische Politik 
einzugreifen, in einer gemeinsamen Liste sieht und 
sich daher entschlossen, mit der PUK gegen die 
Demokraten von Massud Barzani zu kandidieren. 
Die Zahmetkesan haben die Verteilung des 
"Grundbesitzes, an die die den Boden bearbeiten" 
in ihr Wahlprogramm aufgenommen. Baxtiyar 
erklàrte dazu noch, da/3 ihnen sehr bewu/3t ist, da/3 
auch auf der Liste der PUK Gro/3grundbesitzer 
vertreten sind, doch er sagt, da/3 die Abgeordneten 
ihrer Partei, die uber die Liste ins Parlament 
kommen werden, alles tun werden, um Punkte wie 
Verteilung von Grundbesitz auf das Programm zu 
bekommen. Wòrtlich: “ Die Verànderung der 
Besitzstruktur der Bauern ist der erste und 
unverzichtbare Schritt hin zu einer Verànderung 
auch der kurdischen Politik. Solange es noch eine 
òkonomische Grundlage gibt, auf der die Bauern 
sich vor den Agas (Gro/3grundbesitzer) furchten 
mùssen, solange wird sich in der kurdischen Politik 
nichts àndern, denn solange kann man ihnen ein 
falsches politisches Programm aufdràngen. Wenn 
mit den Wahlen und einer Diskussion im Parlament 
einige Schritte in diese Richtung getan werden 
kònnen, dann ist das ein wichtiger Anfang um auch 
die Strukturen der kurdischen Politik zu veràndern. 

" Im Programm der Zahmetkesan gibt es Konzept 
fùr Wirtschaft auf dem Land und in der Stadt. Auf 


2 



dem Land soli neben der Verteilung von des 
Landbesitzes die Landwirtschaft modernisiert 
werden und die Ressourcen, welche Saddam nur 
in beschrànktem Ma/3e und zuletzt gar nicht mehr 
genutzt hat, voli ausgeschòpft werden. In der 
stàdtischen Industrie soli vor allem die 
Zementproduktion angekurbelt werden. Seiner 
Aussage nach verfugt Kurdistan ùber genug 
Ressourcen, um Zement nach Jordanien und in 
andere Nachbarlànder zu exportieren. Fur die 
Arbeiter sieht das Programm die 35- 
Stundenwoche und 60 Jahre als Rentenalter vor. 
Eigenes kurdisches Òl gebe es in der Region um 
Koycincak, das kònnte den gesamten kurdischen 
Bedarf decken. 

Eine weitere wichtige Forderung ist die nach 
Reparationszahlungen aller Waffenexportierender 
Staaten an die kurdische Regierung. Diese 
Zahlungen sollen zur Ankurbelung der Industrie 
und fur den Wiederaufbau verwendet werden. 

Zu den Nachbarstaaten, besonders zum Verhàltnis 
zurTùrkei sagte Kak Baxtiyar folgendes: 

" Die heutige politische und òkonomische 
Konjunktur in der Welt là/3t keinen Aileingang eines 
der Mitteloststaaten zu. Der Kapitalismus setzt auf 
eine regionale Integration, in die auch Kurdistan 
einbezogen sein wird." Zur heutigen Situation der 
Tiirkei meint er, da/3 solange das Recht auf 
Selbstbestimmung der turkischen Kurden nicht 
anerkannt ist, die Turkei fur ihn auch kein 
Verhandlungspartner sei. Die PKK erkennt er als 
Kraft der nationalen Befreiung in Nordkurdistan an, 
hat aber 'solidarische Kritik’, wòrtlich: 

"Meiner Meinung nach wird die Effektivitàt des 
Partisanenkampfes von der PKK uberbewertet. Der 
kann eigentlich nur den Zweck haben, eine 
Massenbewegung zu unterstiitzen. Das Zeìtalter, 
in dem mit Partisanenkampf wirklich eine politische 
Schlacht gewonnen werden kann, ist vorbei. Die 
Aufstànde an Newroz in diesem Jahr waren meiner 
Meinung nach eine sehr gute Sache. In der 
Weltòffentlichkeit wurde damit mehr erreicht, als 
mit Partisanenkampf. Was die PAK (PKK-Ableger 
in Sudkurdistan) angeht, so denke ich, sie mu /3 
begreifen, da/3 man die Situation in Nord- und 
Sudkurdistan nicht einfach gleichsetzen kann und 
solite meiner Meinung nach ihren Kampf im Irak 
den hiesigen Bedingungen anpassen." 

Zu den Wahlen noch ein paar Sàtze: 

" Mit diesen Wahlen kann noch keine 100%ige 
Demokratie erreicht werden. Das ist uns klar. Aber 
wir mussen auch einràumen, da/3 heute 20% 
Demokratie schon ein Fortschritt gegenuber fruher 
sind. Wir werden nach der Wahl alle Mòglichkeiten 
einsetzen - vor allem die Funkmedien - um 
Bewu/3tseins- und Bildungsarbeit in der 


Bevòlkerung zu leisten. Die Wahlen sind fur mich 
ein erster Schritt, die Voraussetzung zur Ànderung 
der kurdischen Politik." 

Ein Gespràch mit einem Funktionàr der 
Kommunistischen Partei ergab, da/3 sie sich 
entschieden gegen eine Autonomie und 
Verhandlungen mit Bagdad in diese Richtung 
aussprechen. Mehr Bezug als alle anderen 
Parteien nehmen sie auf das Thema "Demokratie 
fur den Irak", dabei betonen sie dann auch immer 
wieder da/3 die Kurdische Regierung Teil der 
iranischen Opposition ist. Sie plàdieren insgesamt 
fur das Recht der Kurden auf Selbstbestimmung, 
als Partei wurden sie ein fòderales System 
vorschlagen. Die Agas sind in ihren Augen erstmal 
Leute, die auch gegen Saddam und nicht gegen 
die Kurden sind. Ein Eindruck aus den Gespràchen 
mit den Kommunisten und der Parti Gel ist, da/3 es 
wohl bald zu einer kurdischen Opposition kommen 
kann, auch wenn es zwischen den jeweiligen ZK's 
und den Basen der Parteien doch erhebliche 
Unterschiede gibt. 

Noch was zu den Kandidaten: jede Liste au/3er den 
Unabhàngigen hat 100 Kandidaten, auf jeder sind 
nur 5-6 Frauen. Auf der kommunistischen 
kandidieren ca. 30-40 Unabhàngige, meist 
Intellektuelle, von den Parteimitgliedern sind 12 
Bauern und 7 Arbeiter. Auf der Liste der PUK gibt 
es insgesamt 8 Mitglieder von Zahmetkesan. 

Die Situation in Kifri und Kalar ist nach wie vor 
unsicher. Beide Stàdte liegen nah dem 
Frontverlauf, in Sichtweite der Iraker. Dort gibt es 
jeden Tag noch Artilleriebeschu/3, in den letzten 
drei Wochen aber keine direkten 
Auseinandersetzungen mehr. Von den Dàchern in 
Kifri schaut man auf die iranischen Kontrollen, in 
Kalar sind sie ca. 2 km au/3erhalb der Stadt. Diese 
Region, im Suden der befreiten Gebiete ist deshalb 
so umkàmpft, weil es zum einen im Flu/3bett des 
Sirwan Unmengen an Kies gibt - man denke an 
die Zementindustrie - , zum anderen ist die 
Flu/3ebene enorm fruchtbar (Datteln, Orangen, 
Gemuse, Schilf) und au/3erdem gibt es Òl, noch 
nicht richtig ausgebeutet, aber es ist vorhanden. 
Um die Stàdte herum bildet der Flu/3 Sirwan die 
Grenze, am Ostufer die Iraker, am Westufer die 
Kurden. Die Bauern gehen nachts auf die Felder 
um Bohnen zu ernten, tagsuber werden sie 
beschossen. Ab und zu gibt es, nach 
Informationen der PUK, Hubschraubereinsàtze, 
den letzten vor ungefàhr zwei Wochen. 

Was am Wahltag passiert, ist ungewi/3. 

Ende. 


3 



3 File : MANNHM1.ENG 


entry: /antifa, date:920606, fronrspidemet 

mainz/wiesbaden totali 

subjects: 

Chronology of a pogrome, Mannheim Schònau 
1992 

This chronology bases on an article of a group of 
antifascists in Ludwigshafen, tellings of eye- 
witnesses and single persons, press-releases or 
even police-declarations during thè days between 
thè 26th of May until thè 5th of June 1992. The 
redaction of spidernet changed some terms, used 
by thè authors and made a summary of thè 
occurences. 

The pretexts of thè beginning pogrome against thè 
ca.230 refugees, who lived in Mannheim Schònau 
in a refugees home, began to emerge in springtime 
this year, when a larger wave of protest roled 
against thè housing project for refugees in 
Schònau, a suburb of Mannheim. The Schònau 
suburb is a mixture of house-owning lower class 
citizens and workin class people. 

At thè 26th of May a roumor made its circles in 
Schònau: One ofc thè refugees should have raped 
a 16year-old girl from Schònau, which latter 
became corrected by thè City-councelor of 
Mannheim: He stated that thè rape had been 
comminted by a civil-american Citizen. 
Nevertheless at this evening 400 citizens began to 
threaten thè refugees in thè camp, by shouting 
nazi-slogans and throwing bottles and stone 
against thè buildings. The mob of thè 400 mainly 
were "normal people" and no nazi-skins. The 
police chooses to clear thè space in front of thè 
refugees home and seizes a number of people. 

Friday, 29th of May. The Mannheim City- 
councelor releases a press-declaration, which 
States, that thè Mannheim city-council will provide 
rule and order in thè refugees home in Schònau in 
future and that thè melange of refugees will be 
changed by thè officials: More families will replace 
thè single living men in thè camp. Again some 
hundreds of citizens come to thè camp and again 
thè police chooses to clear thè place in front of thè 
home. For thè first time some antifascists raech thè 
place in front of thè home and are involved in 
discussions with thè neighbourhood. 


Saturday, 30th of May. Since 20.00 some 100 
antifascists await thè police and thè public mob in 
front of thè refugees home. Again more than 300 
citizens begin to fili thè place after a international 
german soccer-match has finished in TV. The 
police divides thè two groups from each other. At 
22.00 thè police arrested 28 neighbours of thè 
Camp. 

Sunday, 31 st of May. Silence carne back to thè 
Camp, 6 bigger police cars stand inside thè Home. 
The police recommends to thè refugees "better not 
to leave thè Camp". 

150 refugees heve been deported until this day, 
some of them into thè new german eastern States, 
were thè situation in thè refugees homes is mostly 
worse. 

The public regional press in 
Mannheim/Ludwigshafen keeps up silence around 
thè incidents in Schònau. There has been one 
short report in an overregianal newspaper. So it is 
hard to state some more about thè past history of 
this refugees home. There's also very little chance 
now to talk directly to thè refugees, thè police 
blocks thè whole suburb and Controls every move 
there, since thè 4th of June. 

The whole event is taken out by mostly "normal 
citizens"; its a quite new situation, that they 
become active without some steering organized 
nazi-skins. This is probably thè biggest threat 
within this story, because thè whole suburban 
population is participating in thè pogrome. This is 
aquality of racism, which reminds to thè 
Hoyerswerda-pogrome of last year. 


4 



4 File : MANNHM2.ENG 


date: 920606 
subject: antifa 

from: SpinnenNetz Mainz/Wiesbaden 

Antifascist, antiracist demonstration in 
Mannheim 920606 

Since thè pogromes against thè refugees in 
Mannheim/Schònau lasted for more than 10 days 
without less intensity, an antifascist, antiracist 
plenum for Rhein-Main and Rhein-Neckar decided 
to make a strong antiracist Demonstration in 
Mannheim Schònau in solidarity to thè refugees at 
thè 6th of June. The poiice closed down thè 
Quarter with ca 1000 cops since Friday evening, 
thè 5th of June, so that, favoured by thè location of 
Schònau between some Chemical piants, freeway 
and railway-lines, no demonstration could have 
entered thè suburb. 

The plenum decides thè same day to make a 
strong demonstration in downtown Mannheim, but 
thè cops prosecute all kinds of manifestations. As 
about 500 antifascists try to proceed to thè city 
centre of Mannheim, cops control a lot of people 
and begin to arrest many of them. When we come 
to thè Parade-Platz and try to make a demo 
alonge thè shopping-mile, thè cops don't wait with 
their brutal action. The beginning of thè demo is 
either circulated by cops (with horses and dogs 
and mostly Special Force from Frankfurt, Gòttingen 
and Karlsruhe) or beaten to ìnjuries and arrested. 
Also many bypassing citizens, foreigners and 
press-staff become beaten and arrested as they 
begin to solidarize with us, shouting our paroies 
against nazism, poiice— brutaiity and for an 
international solidarity. The rests of thè demo try 
from time to time to put something organized 
against thè cops, but it is too late, because thè 
Special Poiice Forces are more than we are and so 
ultra-brutal in action, that we have no chance to 
reorganize. From abaout 19.00 into thè night, there 
are hunts through thè whole city-centre with 
sporadical fights, but many of us get injured and 
arrested (15 comrades had to go to hospital, many 
others get cured by our own ambulance 
men/woman; 160 - one third of thè demo - are 
arrested and taken to thè poiice stations of 
Mannheim, Ludwigshafen and Heidelberg) 

The Youth-Centre of Mannheim gets surrounded 
by thè cops and all people inside, except some of 
thè severely injured, are taken to arrest. 


Everywere, were we try to collect thè rest of our 
comrades, thè poiice is present with Special Force. 
The whole city is in a state of martial (cop-) iaw. 
Today (Sunday, thè 7th of June) one comrade 
from Frankfurt is stili arrested, he lies severely 
injured in hospital, but thè Coordination of Inquiries 
(comrades who take care of thè imprisoned, 
organizing lawyers and transportation back of thè 
released) Mannheim stated, that he will be 
released soon. 

We think, that thè concept to try to make a strong 
antifascist, antiracist demonstration in thè city 
centre of Mannheim was a correct reaction of ours 
calculating with thè state of siege in Schònau, were 
nothing seemed to be possible for us. Even more 
as such a hunt by thè poiice in Schònau could 
have had even worse results as all of thè 
neighbourhood seems to sympathize with thè 
fascist pogrome: its an area of enemies. The 
solidarity of many bypassing citizens showed us 
thè accuracy of such an appraisal. 

The high number of injured and arrested 
comrades is due to a brutaiity of poiice, which no 
one wouid have awaited or even foreseen for this 
demonstration; but it should not be thè mistake of 
thè concept. 

For thè next saturday there is planned another 
demonstration in Mannheim, carried out by a wider 
range of politicai groups, church and thè regional 
Greens. Until today there have not been made 
fixed decisions about this issue. 


SpinnenNetz Mainz/Wiesbaden from Mannheim, 
South-West Germany, 920607 


5 



5 File : MANNHM2.GER 


entry: /antifa date: 920606 

from: SpinnenNetz Mainz/Wiesbaden 

subjects 

Antifaschistische, antirassistische Demo in 
Mannheim 920606 

Nach den Pogromen der Wochen vom 26.5.- 
5.6.92 hat das gemeinsame Plenum der regionalen 
Gruppen Rhein-Main und Rhein-Neckar, das zu 
diesem Zweck eingerichtet war, entschieden tur 
den 6.6.92 nach Mannheim Schònau bundesweit 
zu mobilisieren (s.Aufruf), um dem Mob in Schònau 
eine entschiedene Demo entgegenzusetzen. 

Schònau selbst ist seit dem 5.6.92 durch ca. 1000 
Bullen wie eine Festung abgeriegelt. Begunstigt 
durch die Lage des Stadtteils zwischen 
Fabrikgelànden , Autobahn und 
Schnellbahnstrecke ist am 6.6. vorraussichtlich 
kein Durchkommen mòglich. Weitgreifende 
Bullenkontrollen sind aufgebaut. So entschlie/3en 
sich die Leute vor Ort die anreisenden 
Genosslnnen in die Innenstadt umzuleiten und dort 
eine Demonstration zu probieren. Das 
Versammlungsverbot tur Schònau wird auf ganz 
Mannheim ausgedehnt. Die Bullen kontrollieren 
massiv die anfahrenden Autos von Genosslnnen 
und nehmen bereits vor der Demo etliche 
Fu/3gàngerlnnen/Automitfahrerlnnen test. Die 
Innenstadt von Mannheim wimmelt, abgesehen 
von Samstagsnachmittagsspaziergàngerlnnen von 
Bullen, davon derma/3en vìele Zivis, da/3 es total 
schwierig ist, ihnen bis zum Versammlungsort und 
auch spàter bei den Auseinandersetzungen 
auszuweichen. Als sich die ca. 500 Leute, 
iiberweigend aus der "Szene" auf dem Paradeplatz 
versammeln, fahren kurze Zeit spàter die Bullen 
massiv auf und fackeln nicht besonders lange, 
bevor sie zum Knuppeln ansetzen. Die Bullen (das 
Gros ist SEK aus Karlsruhe, Frankfurt/m. und 
Gòttingen) sind derma/3en hart drauf, da/3 es nicht 
mehr mòglich ist eine geschlossene Demo vom 
Platz weg zu machen. Die Knuppeltiraden der 
Bullerei, die auch mit etlichen Pferden und Hunden 
im Einsatz ist, treffen au/3er uns auch alle, die sich 
irgendwie in unserer Umgebung aufhalten: Presse, 
Passantlnnen, Jugendliche und Auslànderlnnen, 
von denen viele anfangen sich mit uns zu 
solidarisieren und Parolen gegen 
Nazis/Bullenterror und fur die internationale 
Solidaritàt zu rufen. Nix destotrotz haben wir 


eigentlich kaum eine Chance zu einem 
entschlossenen Vorgehen. In der Mannheimer 
Innenstadt ist an alien Ecken eine ungleiche 
Auseinandersetzung entbrannt: Nacheinander 

werden unsere Treffpunkte von Bullen aufgerollt: 
Nachdem die Spitze der versuchten Demo in der 
angrenzenden Fu/3gàngerzone eingekesselt oder 
zusammengeknuppelt wird, greifen die Bullen das 
nahegelegene JuZi an. Drinnen sind die Verletzten 
und viele Leute, die sich wieder sammeln wollten. 
Alle, au/3er einigen Verletzten, werden in Pràsidien 
nach Mannheim (bereits ùberfullt) und 
Ludwigshafen(auch ùberfullt), spàter bis nach 
Heidelberg verfrachtet. Im Viertel gibts vereinzelt 
Versuche, den Bullen was entgegenzusetzen, die 
alle irgendwie mit heftigen Knuppeleien der SEKs 
und jeder Menge brutalster Festnahmen enden. Ca 
160 Leute (von 500) sind am Ende festgenommen 
worden, offiziell 15 Verletze waren von uns in 
Krankenhàusern, viele Verletzte sind von den 
Sanis versorgt worden. Die umstehenden Burgers 
sind zum Teil entsetzt uber die Bullen, fast 
nirgendwo ein schlechtes Wort uber uns. Viele von 
denen, die sich mit uns solidarisieren, z.B. am 
Kessel der Demospitze (s.o.) kriegen selber was 
ab. 

Bis in die Nacht hinein knuppeln die Bullen immer 
wieder vereinzelt Leute, nehmen weitere fest. An 
alien unseren Treffpunkten (EA oder Kneipen) fàhrt 
SEK mit dutzenden von Wannen etc.etc. auf. Von 
uns aus ist so gut wie nix mehr mòglich. 

Wir denken, da/3 das Konzept, die Demo von 
Schònau in die Innenstadt zu verlegen richtig war 
und auch dort eine starke Demo entgegen dem 
Verbot durchzusetzen. Mit der Brutalitàt der Bullen 
batte fur diese Demo niemand so richtig gerechnet. 
Da die Bullen Oberali einfach mehr waren und mit 
àu/3erster Hàrte vorgegangen sind, war fur uns 
nicht mehr mòglich, als zu versuchen, uns trotz 
alledem nicht aus der Innenstadt vertreiben zu 
lassen. Da/3 so viele von uns verletzt oder 
festgenommen wurden, ist keinem Konzept 
anzulasten. 

Zum Abschlu/3 bleibt noch zu sagen, da/3 ein 
verhafteter Genosse aus Frankfurt noch schwer 
verletzt im Krankenhaus liegt, nach Einschàtzung 
des EA Mannheim jedoch heute (7.6.92) noch 
rauskommt. 

Heute wird das weitere Vorgehen von uns fur die 
nàchste Woche in Mannheim und Schònau 
entschieden werden. Fur nàchsten Samstag soli 
fur eine breite Bundnisdemo in Mannheim oder 
Schònau mobilisiert werden. Dazu gibt es jedoch 


6 



bis heute -7.6.92- noch keine endgùltige 
Entscheidung oder Aufruf. 

In der Nacht vom 6. auf den 7.6. fanden in Mainz 
eine Soiidaritàtsdemo mit ca 150 Genosslnnen und 
in Gòttingen eine Scherbendemo von 100 
Vermummten statt... 

SpinneNetz Mainz/Wiesbaden aus Mannheim, 
7.6.92. 


6 File : MANNHM3.GER 


date: 920605 

subject: antifa 

from: antirafascist plenum 

Aufruf zur Vertreibung des deutschen Moba 
aus den Stra/3en von Schònau 

Hoyerswerda steht nicht mehr allein. Erneut 
verbreiten hunderte von deutschen Biirgern + 
(Burgerinnen?) in dem Mannheimer Stadtteil 
Schònau bei den Bewohnerlnnen eines dori 
gelegenen Fluchtlingsheims Angst und Schrecken. 
SEit dem 25. Mai belagern sie jeden Abend, nach 
ordentlich verrichtetem Alltag, unter 
Volksfeststimmung die ehemalige Kaserne in der 
LilienthalstrajSe. in Schònau wird der Ùbergang 
vom "Protestwàhler" zum "Protestschlàger" 
praktiziert. 

Nur weil es die Bullen diesmal fur ratsam hielten, 
das Heim zu schutzen, kam es nicht zu weiteren 
bzw. schwereren Angriffen. 

Wir wolien den Mànnern und Frauen im 
Fluchtlingsheim unsere Solidaritàt zeigen und den 
herrschenden Konsens der Ablehnung, der 
Pogromstimmung, versuchen zu durchbrechen. 
Weiter ist unser politisches Ziel, diesen deutschen 
Mob zu zerstreuen und von den Stra/3en Schònaus 
zu vertreiben. Eingestandenerma/3en geht es dabei 
nur um Einschiichterung, die rassistische 
Denkstruktur der Bevòlkerung àndern wir dabei 
nicht. Es gibt aber keinerlei Entschuldigung fur 
diejenigen, die sich in einer solchen "Volksmasse" 
befinden. In einer solchen Menschenmenge 
verkommt der Unterschied wzischen Schaulustigen 
und jenen, die offen aggressiv rassistisch agieren, 
zur Bedeutungslosigkeit. 

Es mu/6 deutlich werden, da/3 rassismus nicht 
mehr ohne persònliche Risiken ausgelebt werden 
kann! 


7 File : FREENOWI.upd 


For thè Life and thè Freedom of thè Politicai 
Prisoners! 

We cali upon you to attend a nationwide 
demonstration on thè 20th of June, 1992 12.00 
o'clock in Bonn (Heinrich-Bòll-Str./(corner of) 
Walter-Flex-Str.) 


Three years ago - during thè last hungerstrike of 
thè politicai prisoners - many demonstrated with 
us (friends, relatives and comrades) in support of 
thè demands of thè prisoners. 

Until today these demands essentially have not 
been realised. 

IF NOT NOW, THEN WHEN - IF NOT US, THEN 
WHO? 

After more than 20 years of special laws, solitary 
confinement and 9 dead prisoners, after more than 
20 years of collective struggle of thè prisoners and 
growing public support parts of thè apparatus of 
state have to question their hard attitude towards 
thè prisoners. 

With their statement from thè 1 0th of Aprii 1 992 thè 
Red Army Fraction, RAF, decided to stop their 
attacks against leading economical and state 
representatives for thè process which is needed 
now. 

With this thè RAF marks a cut into thè actual 
situation. 

On thè 15th of Aprii, Irmgard Moller who is 
imprisoned since 20(!) years now, declared on 
behalf of thè prisoners from RAF and 
Resistance:"... that thè global and internai society's 
breaks are so deep, which makes it impossible for 
anyone just to continue with thè policy and practice 
of thè 70ies and 80ies...". 

For this it is absolutely necessary, that thè politicai 
prisoners can be part in thè politicai process which 
is needed now. We want to discuss together, which 
is impossible under thè actual conditions. These 
conditions have to be changed - immediately and 
for all of them! 

All those, who are searching for ways how to 
organise and achieve a human live bere and 
worldwide, are demanded to come to Bonn. We 
want to go to thè streets because we know, that 


7 



there will be no concrete steps to change thè 
situation of all prisoners, unless we tight for iti 

We will go to Bonn to demand from thè 
government, to set thè course for a politicai 
solution for all politicai prisoners. This means to let 
ali politicai prisoners free in a clearly seen time, 
First steps in this process would be to let those 
prisoners free who can not stay in prison because 
of their illnesses: Bernd Ròssner, Isabel Jacob und 
Ali Jansen have to be let free at once. 

Ute Hladki and Angelika Goder must not be 
imprisoned again, because they they are too ili to 
go to prison. 

For all of thè other prisoners from RAF and 
Resistance we demand their coming together as a 
first and immediate step. All special measures, 
which restrict their communication or prevent it 
must be abolished. This also means, that any new 
case against thè prisoners from RAF which are 
based on King's/Queen's evidences must be 
abandoned. 

And: thè release of thè politicai prisoners cannot 
depend on inquisitorial hearings. 

Politicai solution also means: 

All solitary sections and sections for special 
treatment must be closed down. 

Every prisoner who is too ili to stay in prison must 
be released. 

All repressive measures taken against those, who 
are struggling for thè life and thè freedom of thè 
prisoners, must be abandoned. 


Friends and comrades of thè politicai prisoners in 
thè Federai Republic of Germany 
(This appeal is supported by: Bunte Hilfe 

Darmstadt, Infoburo Stuttgart, Initiative fùr die 
Zusammenlegung Heidelberg, Infoburo Karlsruhe, 
Infoladen Bonn, red house Dusseldorf, clockwork 
129a. Date: lOth of May, 1992). 

Adress to contact: Infoladen Bonn, Wolfstr. 10/ 
Hinterhaus, 53 Bonn 1 

Donations account: K. Leukefeld; Postgiroamt 
Kòln: BLZ 370 100 50; number of account: 39 68 - 
506; headword: Bonn-Demo. 


8 File : hauser.upd 


date:07.06.1992 

from: Spinne Mainz Wiesbaden 

to: nat 

subjekt: hàusergruppen gegen wwg 

EINLADUNG AN ALLE; DIE FÙR WOHNRAUM; 
HÀUSER; ZENTREN AKTIVSIND! 


Wir wollen beim Gegengipfel im Juli in Munchen 
(wàhrend dem WWG Treffen) eine 
AG machen: "Hauser, Zentren, Wohnunqen fùr 
alle!" 


wir- sind leute aus wi, kòln, bonn frankfurt u.a. die 
schon lànger initiativ sind um wohnraum.hàuser, 
zentren zu bekommen, bzw. zu erhalten. 
wir wollen das nebeneinanderher von unseren und 
euren initiativen aller art in diese richtung beenden 
und mehrzusammen bestimmen und agieren. 
wir selbst sind da seit ein paar monaten verstàrkt 
dran dieses nàher zusammen bestimmen zu 
versuchen - aber das ist noch sehr klein. 
klein im sinne von: einzelverbindungen zueinander 
und noch relativ sporadisch im ZUSAMMEN was 
angehen. 

das das zusammen noch zu schwach ist, zeigt sich 
ja auch (denken wir) dann, nàmlich dass die vielen 
starken besetzungsversuche fast nirgendwo (wo 
wir jetzt direkt wissen) erfolgreich waren. 
zb. wiesbaden - scala/ende 91, kòln- franz 
rheinberger zentrum/ende 91, martha heublein 
zentrum/31 .4.92, martha heublein II- bis zum 
29.5.92 noch da!!!!, mainz/ende 91, hanau/ ende 
91 (mind. 2x), giessen(frauen und lesben)/anfang 
92, marburg/anfang 92, gòttingen/mai 92 und und 
und... 

EIN versuch es gemeinsamer anzugehen war fùr 
uns am 22.11.91. da wurde in kòln das 
f.rheinberger(edelweisspirat) in ehrenfeld besetzt. 
das Gelànde und die gebàude gehòrten ALDI, 
gleichzeitig mit der besetzung (ca. 5 std. spàter) 
wurden in mehreren stàdten aldi filialien besucht 
(ffm, bonn, mainz, wiesbaden-.). 
flugblàtter an die kundinnen und offener brief an 
die geschàftsleitung verteilt/un oder die 

filialleiterlnnen aufgefordert ùber unseren besuch 
meidung zu machen — dass wir das haus in kòln 
fordern! 


8 



die wesentlichen gedanken dieser inititiative waren: 
jedes durchgesetzte haus ist ein gewinn fùr uns 
alle, unsere gemeinsame kraft/mòglichkeiten in 
den verschiedenen stàdten um politisch/praktisch 
den druck zu erhòhen, dass sie uns(bzw. 
direkt den kòlnerlnnen) das haus geben. wenn 
nicht — Dann... dass sie einen hòheren politischen 
preis (den sie ja konkret schlecht einschàtzen 
kònnen) zahlen, wenn sie ràumen. als wie wenn 
wir nur allein jeweils in der eigenen stadt den druck 
bestimmen. 

neu war auch gelànde/gebàude eines konzerns zu 
nehmen und nicht nur fixiert/gebund en auf 
stadteigentum. wo gedanken waren- was 
vermittelt man/frau da? interessensidentitàt 
konzerne// politisch verantwortliche (stadt) zu 
benennen-EINE macht gegen unsere interessen 
nach menschenwurdigem leben/wohnen- 
kommunikation. 

das franz rheinberger zentrum gab es 5 tage lang 
(das war entgegen fruherer versuche schon lang..). 
dann wurde geràumt und sofort abgerissen, in 
verschiedenen stàdten- kòln, bonn, gottingen 
und..? gab es aktionen gegen ALDI. 

obwohl wir selbst nicht wesentlich das bisher 
weiterentwickeln konnten, diesen ansatz 
zusammen — glauben wir, das das mòglich ist und 
nòtig um unsere profekte wirklich durchzusetzen. 

deswegen wollen wir auch einen neuen anlauf (es 
gab ja schon einige versuche- die dann irgendwie 
nix mehr waren..)- mit alien die diese 
Uberlegungen gut finden und in der richtung aktiv 
sind/werden wollen. 

wir wollen reden ùber — — was 

uberlegungen/vorstellungen in die richtung sind — 
- was in der letzten zeit von uns /euch versucht 
wurde, stille-laute besetzungen, andere initiativen 
etc. 

— wie das angegangen wurde und warum zb.: in 
bezug auf òffentlichkeitsarbeit, argumentationen, 
verhandlungen, bundnisse, welche objekte, 
zusammen auch mit ausi, organisationen, leuten.. 

ob was durchgesetzt wurde konkret oder nicht und 
einschàtzung warum/warum nicht — was gefehlt 
hat.. — was fùr uns evtl. weitergehende ziele 
sind- die teil unserer kàmpfe fùr wohnraum 
sind/werden kònnen. zb. eine parole aus kòln ist: 
wohnraum fùr alle flùchtlinge statt sammellager" 
(so àhnlich) — wo eben gleichzeitig der 
antirassistische charakter unseres kampfes 


deutlich wird und direkt mobilisiert gegen die 
sammellager INDEM alternativen gezeigt werden 
(wohnraum fùr alle und wir kàmpfen dafùr). 
oder noch eine parole die wir gehòrt haben 
"gemeinschaft ist ein menschenrecht", wo die 
mobilisierung gegen die innere zerstòrung jedes 
menschen in den metropolen durch isolation und 
leistungsorientierung gerichtet ist. die staatliche 
repression gegen kollektive/gemeinschaften die 
selbst bestimmen wollen angesprochen wird. 

das sind nur ein paar punkte die uns wichtig sind. 

wir glauben, dass sehr viel von unserer kraft, von 
unseren eigentlich starken initiativen verpuffen. 
weil wir nicht die politische relevanz bewusst 
entwickeln ZUSAMMEN, die wir eigentlich haben 
(konnten). auch weil das meiste gute von den 
gelaufenen erfahrungen durch das 
nebeneinanderher/unvermittelte versickert. 
wir so nicht voneinander lernen kònnen, wie es 
besser wird. 

wo wir doch EIGENTLICH mit unseren 
wohn/kommunikationsprojekten echte soziale 
alternativen gegen die organisierte 
menschenverachtung hier entwickeln, bzw. 
aufbauen wollen. deswegen werden wir;ja auch so 
bis aufs messer bekàmpft. aber oft reden wir so 
nicht drùber — und vermitteln das dann auch nicht 
nach aussen. 

das bedeutet dann, dass wir sehr vielen Leuten, 
die eigentlich mit dem was wir wollen was 
anfangen kònnte - gar nicht nahe kommen. und so 
dann relativ wenige bleiben. die wirkung in die 
Gesellschaft reinalso solidaritàt die zu uns und 
unseren zielen wàchst - noch viel stàrker werden 
kònnte. 

davon hàngt ja wahnsinnig viel von ab. das was wir 
am meisten wollenwozu die wohnlebensprojekte ja 
da sind - nàhe, kommunikation- gemeinsame 
stàrke - politische relevanz im sinne von "die seite 
der menschen hier" zu entwickeln und — auch 
natùrlich die durchsetzbarkeit unserer konkreten 
projekte. 

vielleicht kònnen wir bald politisch mit einer 
gemeinsamen richtung agieren — im sinne von: 
fùr welche alternative stehen und kàmpfen wir?(die 
hoffentlich bald BEWEGUNG fùr hàuser,zentren, 
wohnraum),. 

zb. gemeinschaft gegen vereinzelung 
kommunikation statt kabel kultur gegen den 
konsum aufbau sozialer strukturen gegen die 
zerstòrung aller sozialen werte LEBEN GEGEN 
DAS VEGETIEREN! 


9 



die verstàndigung unter uns steht unheimlich an. 
wir wollen die ag auch beim gegipfel weil wir mit 
UNSEREN zielen, projekten dort pràsent wein 
wollen. 

sollten wir bei unseren diskussionen zu einem 
politischen roten faden kommen, kònnenwir auch 
die mòglichkeit von tausenden 
pressevertreterinnen aus aller welt nutzen um uns 
deutlich zu machen. z.B. hàuserkampfbloch bei der 
demo mit forderungen - zb. ruckgabe ALLER 
geràumten hàuser - im fall des abrisses- 
ersatzhàuser! - auflistundatum,ort, ràumung.. oder 
auch einstellung ALLER ermittlungs verfahren gg. 
besetzerinnen! 

ist alles etwas gestuckelt -aber das genauer 
kònnen wir ja auch nur zusammen rauskriegen. — 
-WICHTIGIII! wir bitten euch diese einladung an 
ALLE weiterzugeben oder zu schicken von denen 
ihr wisst, das sie interesse haben.. hoffentlich bis 
dannili 

DATUM: Freitag, 12.6.92 ORT: Frankfurt- 3. Welt 
Haus in Ròdelheim, 

Westerbachstr. 40 UHRZEIT: 14.00 Uhr 


9 File : wunsiedl.upd 


date: 07.06.1992 

from: Spinne Mainz Wiesbaden 

subjekt: faschoaufmarch in wunsiedei 

Wunsiedel 1992, verhindern wir den 
Faschoaufmarsch 

Ausgangslage 

Am 17.8.92 ist der 5. Todestag von Rudolf 
He/3.Nach seinem Tod im Gefàngnis wurde er in 
Wunsiedel beerdigt-Seit 1988 veranstalten 
Faschisten einen "Rudolf He/3 Gedenkmarsch"; 
inzwischen ist Wunsiedel fùr das gesamte 
Spektrum des europàischen Faschisten- 
Netzwerkes, vom Ideologen bis zum Nazi-Skin 
zum "Wallfahrtsort" geworden.Der faschistische 
"Gedenkmarsch" ist Bindeglied zwischen den 
verschiedenen Fraktionen der Faschisten, von 
alter und neuer Rechte zu den militanten 
Faschisten und im europàischen Ma/3stab.1991 
waren in Bayreuth (Wunsiedel war gerichtlich 
verboten) 2000 Faschisten versammelt und ist 


damit die gròtte faschistische Ansammlung auf 
dem Boden der BRD. Fùr eine 
Gegendemonstration waren 1991 knapp 2000 
Antifaschistlnnen mobilisiert worden'. Den 
Faschisten- aufmarsch konnten wir nicht 
verhindern. Bei der Ruckfahrt wurden von den 
Faschisten vier Busse (die zusammen fuhren) von 
Antifaschistlnnen angegriffen. Es gab Verletzte 
und 15 000 DM Sachschaden an den Bussen der 
Antifaschistlnnen. Desweiteren gab es 1991 
Probleme durch die kurzfristige Ummobilisierung 
von Wunsiedel nach Bayreuth (fùr ganz Wunsiedel 
galt ein 48 Std. allg. Versammlungsverbot)und 
Probleme durch 

Wir finden es wichtiger denn je dem faschisten 
Aufmarsch in Wunsiedel politisch und wo mòglich 
auch materiel einen starken antifaschistischen 
Widerstand entgegenzusetzen. 

Aber wie ? 

Erste Grund'voraussetzung wàre ein bundesweit, 
getragenes inhaltliches wie organisatorisch 
Konzept, was z.B. hei/3en Wùrde,da/3 sich 
verbindlich Gruppen an der Vorbereitung beteiligen 
mùjSten. Aus Bayern wird dieses Jahr nicht 
automatisch mobilisiert, wobei es aus dem Sùden 
zusagen gibt.wenn es eine BRD und DDR- weite 
Mobilisierung gibt, sich zu beteiligen. Was fùr uns 
natùrlich auch eine Voraussetzung ist; ohne 
eigenstàndige antifaschistische mobilisierung in 
Bayern làuft nichts. 

Wir haben im norden mit der Diskussion uber 
Wunsiedel 92 angefangen Und mòchten unsere 
Uberlegungen BRD und DDR-weit Diskutieren. 
Beteiligt an der Diskussion, waren erstmal 
Antifaschistlnnen aus, 

Kiei,Eutin,Regensburg, Hamburg, Harburg- 
Land,Nordharz,Braunschweig und Bremen. 

Unsere ersten und zweiten Uberlegungen zu 
Wunsiedel 92 Wir gehen davon aus diese 
faschistische Demo nicht verhindern zu kònnen 
(2000-3000 Faschisten, die unentschlo/3enheit 
letztes Jahr, wo 50 USKLer 500 Antifaschistinnen 
ùber einen Parkplatz jagten.hòchstwahrscheinlich 
kurzfristige Verbote von Wunsiedel usw.), wir 
wùrden uns freuen wenn wir uns tàuschten und es 
doch mòglich wàre. Finden es aber wichtig im 
Vorfelde ehrlich mit unseren Mòglichkeiten 
umzugehen, was fùr die Bestimmung und den 
Ablauf der Demo wichtig ist. (91 wartete jede/r auf 
den Augenblick des' Zusammentreffens mit den 
Faschisten, dadurch fehlte der Kopf und Bauch fùr 
z.B. der simplen Vermittlung an die tausenden 
"Schaulustigen" warum wir diese Demo machen 
oder den eigenen Redebeitràgen wurde nicht 
zugehòrt).Wir finden es wichtig die zentralen 


IO 



Plàtze und Orte an denen die Faschisten sich 
treffen wollen fruhzeitig zu "besetzen", gehen aber 
davon aus das die Faschisten von den Bulien 
eben umgeleitet werden und die CSU ein starkes 
Interesse hat ein aufeinander treffen der beiden 
Demos zu verhindern. 

Uberiegenswert "finden wir die Frage ob es 
politisch durchsetzbar ist, da/3 wir in Wunsiedel 
Demonstrieren kònnen und die Faschisten nicht - 
glauben aber da/3 es recht unwarscheinlich ist. 

Sollten wir nicht nach Wunsiedel mobilisieren ist 
die warscheinlichkeit gro/3, da/3 die Faschisten in 
Wunsiedel selber ungestòrt ihren faschistischen 
Dreck verbreiten kònnen (die Verbote waren 
immer nur mit den mòglichen 
Auseinandersetzungen zwischen den Faschisten 
und uns begrùndet). Wir wollen eine BRD und 
DDR weite antirassistische und antifaschistische 
Demonstration mit einigen tausend 
Teilnehmerlnnen. Wir wollen versuchen europaweit 
Antifaschistlnnen auf die Demo zu mobilisieren 
(zumindest da, wo schon Kontakte bestehen). Wir 
wollen eine Demonstration an der sich viele 
beteiligen kònnen, die ein Ausdruck der breiten 
antifaschistischen Bewegung ist, auf der 
Fluchtlinge und Migrantlnnen von ihrer Situation 
erzàhlen, auf der "nicht deutsche" 

Antifaschistlnnen von der Situation in "ihren" 
Làndern erzàhlen, auf der nichts vergeben und 
vergessen wird ( wir denken z.B. an das Errinnern 
eines jeden Opfers des faschistischen Terrors des 
letzten Jahres),auf der was uber die 
Zusammenarbeit zwischen Staat, und Faschismus 
gesagt wird, auf der was ùber Sexismus gesagt 
wird, auf der was ùber die zunehmende akzeptanz 
breiter Bevòlkerungsgruppen fur Nationalismus 
und Rassismus gesagt wird und deren Ursachen 
und -nicht zuletzt was ùber unseren Vorstellungen 
einer solidarischen Welt. und der 

antifaschistischen Selbstorganisierung. Die Inhalte 
sollten auch in der Mobilisierung eine gro/3e Rolle 
spielen. Die Demonstration solite ein Ausdruck 
des Widerstandes gegen die zunehmende 
Rechtsentwicklung sein und schon im Vorfelde 
solite die Diskussion vor allem mit Flùchtlings- 
Migrantlnnen-nicht deutschen linken- 

Gruppen.der gesamten autonomen-Szene und 
nicht nur "Teilbereich" Antifa, Frauen-Anti- 
Rassismus,"3"Welt-Gruppen gesucht werden. Wir 
finden eine massive Òffentlichkeitsarbeit, auch 
schon im Vorfeld.wichtig, z.B. durch; 

Flugis, Plakate, Broschùren, Veranst., 
Pressearbeit, Konzerte, gleichzeitig fànden wir es 
gut, schon bestehende antifaschistische 
Infrastruktur zu nutzen (z.B. das Antifa-lnfo Berlin 


macht im Vorfelde eine Schwerpunktnr. zu 
Wunsiedel und den Hintergrùnden). Die 
fas.chistischen Organisationen und Personen die 
nach Wunsiedel kommen und auch regional nee, 
Rolle spielen werden auch regional im Vorfelde 
thematisiert (was. z.B. fùr Hamburg hei/3en 
kònnte., die auch fùr Wunsiedel wichtigen Rieger 
und Worch vor Wunsiedel politisch und materiel 
anzugreifen). 

Da/3 die Demo geschlo/3en laufen soli, ohne 
Abgriffe der Bulien ist klar und. ùber gesicherte- 
An und Abfahrten mù/3ten wir auch reden. 
Behindern, Verhindern, Angreiffen 

Wir finden-es richtig und wichtig faschistische 
Demos, wo mòglich zu verhindern. Fùr Wunsiedel 
halten wir eine Doppelstrategie fùr realistisch. 
Einerseits (wie oben beschrieben) durch eine 
starke bùndnis Demo ihnen politisch zu begegnen 
und wo mòglich den Faschisten "Ràume und 
Plàtze" zu nehmen, andererseits sie gezielt in 
ihren Vorbereitungen und dem Ablauf ihrer Demo 
Anzugreiffen, Beides solite als "Einheit" vor, auf 
und- nach der Demo politisch vermittelt werden. 
Konkret stellen wir uns vor, da/3 sich erfahrene 
Gruppen ùberlegen wo es Ansatzpunkte fùr eine 
mògliche Stòrung der faschistischen Infrastruktur 
gibt. Einige Ansatzpunkte sind fùr uns: Welche 
Personen sind fùr die Planung und Durchfùhrung - 
von Wunsiedel wichtig, woher kommt die 

Infrastruktur fùr die Demo (Lautsprecherwagen) 
wo werden die Flugis gedruckt,wie fahren die 
Faschos zur Demo 

(Sammelpunkte, Busse, Fahrrouten) usw.? 

Zusàtzlich finden wir es gut zu ùberlegen wo es 
innerhalb der Faschodemo selber Ansatzpunkte 
gibt. Desweiteren schlagen, wir eine Anlauf stelle 
(Tele. Nr. ? ) vor, an der die Infos ùber 
"Stòraktionen" vermittelt werden um die Infos 
schon auf der Demo vermitteln zu kònnen und um 
mit ihnen offensiv Òffentlichkeitsarbeit zu machen. 


Kontakt uber: 

Autonome Infogruppe 

Schweffelstr. 6 
2300 Kiel 
Fax: 0431/577056 
c/o Infogruppe 

Wunsiedel Vorbereitung Hamburg 

c/o Schwarzmarkt 
Paulinenplatz 15 
2000 Hamburg 36 


F.i.P. MI Leoncavallo 22 - 19 06 1992